Der Granatapfel in süßen und herzhaften GerichtenLa Granada – der Granatapfel und seine vielseitig verwendbaren Kerne

Der Granatapfel ist mit seinen süß-säuerlichen, rubinroten Kernen eine Bereicherung für die raffinierte Küche. Lesen Sie hier, wie Sie den Granatapfel „knacken“ und was Sie mit seinen Kernen machen können.

Granatapfel

Der Granatapfel – die Frucht, die der Stadt Granada ihren Namen gab. Foto: LeeTravathan / Pixabay

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Vorab: Haben Sie sich schon einmal bewusst gemacht, dass die andalusische Stadt Granada ihren Namen dem Granatapfel (la granada) verdankt? Vermutlich haben die Araber die Frucht über Andalusien in Westeuropa eingeführt.

Wer den Weg zur Alhambra hinaufgeht, sieht überall wunderschöne Granatapfelbäume und schreitet schließlich durch das Granatapfeltor, die Puerta de las Granadas. Auch im Stadtwappen ist der Granatapfel zu finden und selbst im Wappen der spanischen Nationalflagge.

Der Granatapfel erfreut sich aber nicht nur in Spanien, sondern auch hierzulande immer größerer Beliebtheit. Er sieht nicht nur schön aus und schmeckt gut, er liefert auch viel Kalium, Eisen und B-Vitamine. Geerntet wird er übrigens von September bis Dezember.

Allerdings sind nur die kleinen, meist dunkelroten, Kerne mit ihrem süß-säuerlichen und saftigen Fruchtfleisch genießbar. Aber wie kommt man an diese Kerne heran? Vielleicht haben Sie sich auch schon einmal mit nur mäßigem Erfolg über den Granatapfel hergemacht und dabei Küche und Kleidung ruiniert. Mir jedenfalls ist es so ergangen und ich hatte die Frucht schon aufgegeben, bis mir schließlich eine Freundin die perfekte Methode zum Ablösen der Kerne beigebracht hat.

 

Die Klopfmethode

Kneten Sie den Granatapfel kräftig durch und rollen Sie ihn mit etwas Druck über die Arbeitsfläche. Schneiden Sie die Frucht dann quer in zwei Hälften. Halten Sie jeweils eine Hälfte mit der offenen Seite über eine Schüssel und klopfen Sie mit einem schweren Kochlöffel oder Ähnlichem auf die Rückseite. Man glaubt es kaum, aber die Samen lösen sich dadurch wie von selbst und fallen allesamt in die Schüssel. Nichts spritzt über den Rand, kein Samen bleibt in der Fruchthülle.

Verwendung

Am häufigsten werden die Granatapfelkerne in Salaten und Desserts verwendet, wo sie schon rein optisch eine Bereicherung sind, oder man verarbeitet sie zu Saft.

Der Granatapfel passt aber durchaus auch zu herzhaften Gerichten, so wird er beispielsweise in Andalusien mit Lamm kombiniert.

Mein persönlicher Favorit ist die Buttermilch-Aubergine mit Granatapfel, eine Idee aus dem Kochbuch „Genussvoll vegetarisch – mediterran, orientalisch, raffiniert“ von Yotam Ottolenghi. Und hier das leicht abgewandelte Rezept für Sie:

 

Auberginen mit Buttermilchsoße und Granatapfelkernen (für 4 Personen)

Zutaten

  • 2 große Auberginen

  • 80 ml Olivenöl

  • 1,5 TL Thymianblättchen (ggf. einige Zweige zum Garnieren)

  • grobes Salz

  • schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen

  • 1 Granatapfel

  • Thymian

  • schwarzer Sesam

  • für die Soße: 140 ml Buttermilch, 100 g Naturjoghurt, 1,5–2 EL Olivenöl, 1 Prise Salz, 1 kleine Knoblauchzehe zerdrückt

 

Zubereitung

Die Auberginen samt Stiel der Länge nach halbieren, die Hälften 3- bis 4-mal parallel einschneiden, dasselbe noch einmal diagonal, sodass ein Rautenmuster entsteht. Das Olivenöl ganz langsam auf die Auberginen streichen, damit es gut einzieht. Die Thymianblättchen, Salz und Pfeffer darauf geben. Die so vorbereiteten Auberginen auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech bei 200 °C etwa 35 bis 40 Minuten im Ofen backen, bis sie weich und leicht braun werden.

Für die Soße alle Zutaten verquirlen und die etwas abgekühlten Auberginenhälften damit bedecken. Anschließend mit Thymian und Sesam bestreuen. Nun die losen Granatapfelkerne darüber verteilen und ggf. zur Dekoration noch Thymianzweige darauf legen.

Sie werden sehen, das Ganze ist nicht nur eine Augenweide (rubinrote Kerne auf weißer Soße), es schmeckt auch vorzüglich!

¡Buen provecho!

 

Zwar keine Rezepte, aber Unterrichtsanregungen zum Thema „Alimentación“ finden Sie in unserem gleichnamigen Heft.

 

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