Ein Modell zur Förderung der SprechkompetenzEn español, por favor

Sprechen ist eine eigene, komplexe Kompetenz, die nicht „nebenbei“ durch Lesen, Schreiben oder Hören erworben wird. Wie Sie Sprechkompetenz systematisch fördern können, lesen Sie hier.

Sprechkompetenz fördern

Die Sprechkompetenz wird optimal gefördert, wenn drei oft übersehene Besonderheiten des Sprechens berücksichtigt werden. Bild: Gerd Altmann / Pixabay

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Das Sprechen in der Fremdsprache wird von vielen Lernenden oft auch nach jahrelangem Unterricht als besonders schwierig empfunden. Diese drei Eigenschaften des Sprechens machen es zu einer Herausforderung für die Lernenden:

  • ein eigener Code (z. B. Exklamationen, historisches Präsens, Satzbrüche, Füllsel…),
  • Dialogizität (Sprecher müssen permanent auf die Reaktionen ihrer Gesprächspartner reagieren, z. B. Kommentare, Nachfragen, Themenwechsel, sprachliche Schwierigkeiten, extralinguistische Zeichen …; dadurch können Äußerungen nur kurzfristig geplant werden, die Rede muss ggf. spontan unterbrochen und neu konzipiert werden) und
  • Zeitdruck (die drei für das Sprechen relevanten Systeme nach Levelt 1989 – Konzeptualisierung, Formulierung und Artikulation – müssen innerhalb kürzester Zeit ablaufen, um den Dialog aufrecht zu erhalten).

 

Drei-Säulen-Modell

Mithilfe eines Drei-Säulen-Modells kann diese komplexe Kompetenz des Sprechens im Spanischunterricht geschult werden.

Die zentralen Säulen sind:

  1. Der konsequente Einsatz des Spanischen als Unterrichtssprache (auch bei organisatorischen Äußerungen – „El próximo examen es el día 8 de mayo“ –, sprachbezogenen Äußerungen – „Cuidado, se dice ‚hecho‘.“ – usw.)
  2. Lernarrangements zur Förderung der Sprechkompetenz (Diskussion zunächst in Kleingruppen, dann im Plenum; scaffolding; Informationslücken für einen Teil der Klasse/Gruppe schaffen, die vom anderen Teil geschlossen werden müssen)
  3. Evaluation (Hier sollte die Lehrkraft folgende Fragen berücksichtigen, vgl. Ribas 2006: Wer evaluiert? Wozu wird evaluiert? Nach welchen Kriterien wird evaluiert? Wann wird evaluiert?)


Folgende Reflexionsfragen können Ihnen helfen, die Sprechkompetenz der Schülerinnen und Schüler in Ihrem Unterricht zu fördern:

 

1. Säule: Spanisch als Unterrichtssprache

  • Durch welches Verhalten und welche Aktivitäten fördere ich in meinem Unterricht die Verwendung des Spanischen?
  • Welche Stützstrukturen biete ich den Lernern, damit sie mit mir und untereinander in spanischer Sprache kommunizieren können?
  • Durch welche Maßnahmen könnte ich in Situationen, in denen in meinem Unterricht bisher deutsch gesprochen wurde, die Verwendung des Spanischen ausbauen?

 

2. Säule: Lernarrangements

  • Mit welcher Häufigkeit und Regelmäßigkeit steht die Sprechkompetenz im Zentrum meines Unterrichts?
  • In welchen Phasen meines Unterrichts räume ich möglichst vielen Schülerinnen und Schülern möglichst viel Sprechzeit in der Fremdsprache ein?
  • Welche Lernarrangements in meinem Unterricht fördern das monologische, welche das dialogische Sprechen?
  • Welche Materialien und Aktivitäten berücksichtigen den código oral?

 

3. Säule: Evaluation

  • Mit welcher Häufigkeit und Regelmäßigkeit wird die Sprechkompetenz in meinem Unterricht evaluiert?
  • Welche Kriterien kommen bei der Evaluation zum Einsatz?
  • Wie sorge ich dafür, dass die Schülerinnen und Schüler die Kriterien der Evaluation kennen?
  • In welcher Weise beteilige ich die Schülerinnen und Schüler an der Evaluation?

 

Dieser Post ist ein Auszug aus dem Basisartikel „Hable con ellos. Sprechkompetenz im Spanischunterricht gezielt fördern“ im Heft FUS 39, Mündlichkeit.

Die Ausgabe können Sie hier bestellen.

 

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