In den Unterricht einsteigenSo lässt sich gut ankommen

Wie können Sie Ihrer Lerngruppe helfen, im Unterricht anzukommen und sich warmzulaufen? Informieren Sie sich hier über die verschiedenen Möglichkeiten, gemeinsam erfolgreich in den Unterricht einzusteigen.

Schüler meldet sich

Ein fröhlicher Einstieg ist die halbe Miete. imago/Westend61

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Stundeneinstiege helfen in erster Linie, die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler zu bündeln und sie für die anstehende Spanischstunde zu motivieren. Die Schüler müssen erst einmal ankommen und sich in die Fremdsprache einfinden. Es empfiehlt sich, dem Ritual des Stundeneinstiegs einen festen Platz im Unterricht einzuräumen. 
Man unterscheidet zwischen zwei Typen von Unterrichtseinstiegen:

  • Der Einstieg im geschützten Raum, bei dem die Schüler sich in Partnerarbeit „warm sprechen“, im Idealfalle Hemmungen abbauen und sich auf die bevorstehende Spanischstunde einstimmen. Diese Art des Einstiegs erfordert oft nicht mehr als fünf Minuten Unterrichtszeit. 
  • Der Einstieg mit einer größeren Gruppe oder mit der gesamten Lerngruppe.  

 

Praxisbeispiele

Für Typ I bieten sich unter anderem folgende Formate an:

  • Tandemübungen
  • Konjugationsübungen
  • Bildbeschreibungen
  • Rätsel (Galgenraten, Personenraten u. Ä.)

Zu Typ II gehören Einstiege wie:

  • Gesprächsimpulse, z.B. ¿Qué tal el fin de semana? oder ¿Cómo estás?
  • Kommunikationsspiele
  • Quizspiele
  • das gemeinsame Singen spanischer Lieder

Diese Einstiege können losgelöst sein vom eigentlichen Stundenthema, sie können aber auch umgekehrt gezielt auf das Thema der Stunde vorbereiten. 
Wenn das Stundenthema beispielsweise ein grammatisches ist, Sie vielleicht die kontrastive Verwendung der Verben ser und estar aus der letzten Stunde wieder aufgreifen und vertiefen wollen, könnte hier zur Vorbereitung der Stunde ein Spiel gespielt werden:


ser oder estar?

Bei diesem Spiel finden sich die Schüler zunächst zu zweit zusammen. Sie überlegen sich fünf möglichst einfache Aussagesätze, die sie jeweils auf ein Blatt schreiben. Jeder Satz muss ein Subjekt und entweder ser oder estar enthalten. Dann folgt ein weiteres Satzglied. Es sind also Sätze denkbar wie: La profesora está enferma oder Ana es muy guapa. Anschließend werden die Sätze in drei Teile zerschnitten und auf den jeweiligen Stapel (Subjekt, ser/estar, weiteres Satzglied) gelegt: La profesora – está – enferma. / Ana – es – muy guapa.

Teilen Sie nun die Klasse in drei Gruppen ein. Eine Gruppe bekommt den Stapel mit den Subjekten, die andere den mit ser und estar und die dritte Gruppe den mit den weiteren Satzgliedern. Jedes Gruppenmitglied zieht einen Zettel vom Gruppenstapel. Nun wird ein Spielmoderator ausgewählt, der das Spiel einleitet. Auch das kann wieder spielerisch erfolgen, indem z. B. derjenige Schüler Moderator wird, der als Erster einen korrekten Satz mit ser oder estar zu einer vorgegebenen spanischen oder lateinamerikanischen Persönlichkeit formuliert (Lionel Messi es un futbolista argentino.).

Dieser Schüler ruft nun einen Mitschüler aus der Gruppe mit den Subjekten auf, der das Subjekt auf seinem Zettel laut der Klasse vorliest. Daraufhin prüfen alle Schüler der ser/estar-Gruppe, ob ihre Verbform zum genannten Subjekt passt. Alle Schüler, die glauben, dass das zutrifft, stehen auf. Der Moderator ruft einen der Schüler auf. Dieser nennt seine Verbform. Wenn sie zum Subjekt passt, stehen alle Schüler aus der Gruppe mit den weiteren Satzgliedern auf, die meinen, ein passendes Satzende zu haben. Auch hier wird wieder ein Spieler ausgewählt, der seinen Zettel laut vorliest. Ist damit der Satz sinnvoll abgeschlossen beginnt eine neue Runde. 

Es wäre es auch denkbar – und sicherlich für Ihre Schüler besonders unterhaltsam –, das Ziel des Spiels umzukehren: Wie lautet der verrückteste Satz? Die grammatikalische Richtigkeit muss dabei natürlich gegeben sein. 
Bedenken Sie, dass das Spielen im Unterricht für ein positives Lernklima sorgt, Ihre Schüler motiviert und Sie sie auf diese Weise für sich und Ihren Unterricht gewinnen.


Im Heft 63 „Standardsituationen“, das diese Woche erscheint, können Sie nachlesen, was unser Autor Wolfgang Steveker über das Thema Stundeneinstiege bzw. Stundenanfänge denkt.

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