Zehn Vokabelmerkstrategien für Ihren UnterrichtVernetzt = gemerkt!

Das herkömmliche Lernen von Vokabeln in spanisch-deutschen Wortgleichungen entspricht nicht den Prozessen der Wortschatzaneignung und -speicherung im Gehirn. Im Folgenden finden Sie zehn Konsolidierungsstrategien für den Spanischunterricht, mit denen sich Ihre Schüler Vokabeln besser merken können. Stellen Sie sie Ihren Schülern doch mal in einem Stationenlernen vor.

Vernetzung von Vokabeln

Die Vernetzung von Vokabeln fördert die Behaltensleistung der Schüler.

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In der Fremdsprachendidaktik wird zwischen Entdeckungsstrategien, der Bedeutungsermittlung bei der Erstbegegnung mit einem Wort, und Konsolidierungsstrategien, Strategien zur Behaltensförderung bereits bekannter Wörter, unterschieden. Die folgende Liste enthält fünf Notier- und Aufschreibstrategien (1 – 5), die den Wortschatz abwechslungsreich und vielfach vernetzt präsentieren und emotionale Zugänge fördern, und fünf Mnemotechniken bzw. Merk- und Verankerungstechniken (6 – 10), die die Gedächtnisleistung erhöhen.

 

  1. Wörternetze – hier sind Kombinationen verschiedener Teilnetze möglich: Begriffsnetze, Merkmalsnetze, Klangnetze, Sachnetze, Wortfamiliennetze, affektive Netze – sind eine gleichermaßen attraktive wie der Funktionsweise des mentalen Lexikons angemessene Aufschreibvariante.
     
  2. Die Schüler legen ein persönliches Wortschatzheft an, in dem sie den zu lernenden Wortschatz in Themenfelder einteilen und individuell gestalten und ergänzen.
     
  3. Die Schüler erstellen mehrsprachige Wortschatzlisten (z.B. Spanisch, Deutsch, Englisch, Französisch oder Latein und gegebenenfalls ihre Herkunftssprache bzw. eine andere Muttersprache als Deutsch).
     
  4. Einmal pro Woche muss ein Schüler sein Lieblings- und Unwort der Woche vorstellen. Die beiden Wörter werden auf einem Plakat in der Klasse notiert und visuell repräsentiert. Am Ende des Schuljahres werden das Unwort und Lieblingswort des Jahres gewählt.
     
  5. Die Vokabeln werden in Form von Wortbildern (z.B. la torre oder el ratón) notiert.
     
  6. Die Lerner wählen zehn bis fünfzehn neu zu lernende Vokabeln aus einem Wortfeld oder einer Wortfamilie aus, die in beliebiger Reihenfolge in einer selbst konstruierten kleinen Geschichte einzubauen sind.
     
  7. Wörter werden etymologisch hergeleitet.
     
  8. Simonidestechnik (auch: Loci-Technik): Wörter oder Syntagmen werden bestimmten Orten oder Plätzen zugeordnet, die dann im Geiste abgeschritten werden. Beim geistigen Abschreiten der Plätze werden die entsprechenden Assoziationen wach und die Lexeme wieder aufgerufen.
     
  9. Schlüsselwortmethode: Ein neu zu lernendes Wort wird mit einem muttersprachlichen Wort gekoppelt, dessen Klang dem zielsprachlichen Wort ähnelt; von diesem Wort kann eine Brücke geschlagen werden zum tatsächlichen muttersprachlichen Zielwort (z.B. la cama – die Kammer – das Bett).
     
  10. Merkverse werden vorgegeben oder (nach Modell) selbst erstellt, z.B.:
    En la ciudad de Pamplona hay una plaza
    en la plaza hay una esquina
    en la esquina hay una casa
    en la casa hay una pieza
    en la pieza hay una cama
    en la cama hay una estera
    en la estera hay una vara
    en la vara hay una lora.
    La lora en la vara
    la vara en la estera
    la estera en la cama
    la cama en la pieza
    la pieza en la casa
    la casa en la esquina
    la esquina en la plaza
    la plaza en la ciudad de Pamplona.

 

(aus: FUS 27, 2009, Wortschatzarbeit)

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