Lust auf Wissen

Warum wir „Unterricht Spanisch“ machen

Die Gründung einer pädagogischen Fachzeitschrift für Spanisch 2003 war überfällig und war ein Meilenstein für die Entwicklung des Faches - das Zeichen, dass es „erwachsen“ und kein „Exotenfach“ mehr war.
Die Zeitschrift sollte wesentlich dazu beitragen, die Didaktik des Spanischen als eigenständige Fremdsprachendidaktik zu etablieren. Sie sollte und soll weiterhin theoretische Ansätze und Modelle praxisnah reflektieren (Basisartikel) und konkrete Unterrichtsbeispiele für den Spanischunterricht in der Sek I und II bieten.
Damit spricht sie sowohl Lehrkräfte an, die auf der Suche nach innovativen Unterrichtsideen und aktuellen Inhalten sind, als auch Ausbilder/innen von zukünftigen Spanischlehrkräften an den Studienseminaren und an der Universität.

Unterricht Spanisch in Zahlen

2003

erschien die
erste FUS-Ausgabe
mit dem Thema
„Anfänge“.

212

Autorinnen und Autoren
haben bisher
für uns geschrieben.

27

von 446 Beiträgen
stammen aus der Feder
einer Autorin.

Unsere Herausgeberinnen 💙 Unterricht Spanisch

Gisela Kanngießer-Krebs

Mitherausgeberin seit 2014

Spanisch/Deutsch – Deutsch/Spanisch – das ist ein faszinierendes Spannungsfeld, das mich mein ganzes Leben begleitet. Ich wurde in Ecuador geboren und wuchs dort auf. Meine Eltern sprachen mit mir Deutsch und versuchten mir ihre kulturellen Wurzeln zu vermitteln; mein Kindermädchen trug mich im Tuch auf ihrem Rücken in eine Welt hinein, in der ich auf Spanisch den „Realismo Mágico“ unmittelbar erlebte. Schon als Kind machte ich mir Gedanken darüber, dass die Dinge um uns herum aus unterschiedlichen Perspektiven verstanden und bewertet werden können.

Dass ich Spanischlehrerin wurde, ist eine Folge dieser bikulturellen Prägung. Studienzeit und  Berufsjahre weiteten das Blickfeld nach Spanien und in mehrere hispanoamerikanische Länder aus;  Austauscherfahrungen knüpften Bande fürs Leben.

Immer erschien es mir als eine wunderbare Aufgabe, Begegnungen zwischen jungen Menschen verschiedener Länder - auf beiden Kontinenten - zu ermöglichen. Und wenn die Erfahrungen, die ich in vielen Jahren als „profe de español“ machen durfte, nun der Didaktik des Spanischen dienen können, freue ich mich sehr.

Marita Lüning

Andere Kulturen kennenlernen, Bücher im Original lesen, mit Menschen in fremden Sprachen zu kommunizieren, das hat mich schon in der Schule fasziniert. Das Studium Spanisch für Lehramt war daher naheliegend.

Nach einigen Jahren als Lehrkraft bekam ich die Gelegenheit in die Lehrerausbildung für Spanisch zu wechseln. Fehlende Veröffentlichungen für die Fachdidaktik Spanisch bewegten mich Der Fremdsprachliche Unterricht Spanisch mitzugründen. Ziel der Zeitschrift ist eine Brücke zu schlagen zwischen neuen fachdidaktischen und methodischen Ansätzen und ihrer Umsetzung in die Praxis. Es freut mich, dass ich daran mitarbeiten kann.

Prof. Dr. Andrea Rössler

Meine Begeisterung für die spanische Sprache und ihre Kulturen hat ihren Ursprung in einer Kleinstadt bei Dortmund. Dort habe ich ein Gymnasium besucht, das Ende der 1970er Jahre ein ganz besonderes Angebot machen konnte: Es bot das Fach Spanisch als muttersprachlichen Leistungskurs für die Kinder der ersten "Gastarbeitergeneration" aus Spanien im Ruhrgebiet an. Diese Idee kam sehr gut an und es hat nicht lange gedauert, bis auch die Jugendlichen, deren Muttersprache das Deutsche war, in der Oberstufe Spanisch als neu einsetzende (in meinem Fall vierte) Fremdsprache wählen konnten. Seither hängt mein Herz an dieser Sprache und den Kulturen, in denen sie gesprochen wird. Im Studium entdeckte ich die spanischsprachige Literatur und das Kino für mich. Nach der Promotion und dem Referendariat habe ich gut 10 Jahre an einem bilingualen Gymnasium mit Spanisch als erster Fremdsprache in Berlin gearbeitet und dort meine Begeisterung für diese Sprache an junge LernerInnnen weiterzugeben versucht. Seit gut 12 Jahren bin ich an verschiedenen Universitäten in der Spanischlehrerausbildung tätig, seit dem Wintersemester 2011/2012 als Professorin für die Didaktik der romanischen Sprachen und der Hispanistik an der Leibniz Universität Hannover. Dem Herausgeberinnenteam von Der fremdprachliche Unterricht Spanisch gehöre ich seit der Gründung der Zeitschrift im Jahr 2003 an. Diese Arbeit ist in vielfacher Hinsicht bereichernd: Wir nehmen Impulse aus der Praxis, der Bildungspolitik und der Wissenschaft auf, setzen aber auch eigene Akzente und entwickeln so den Spanischunterricht und die Didaktik des Spanischen weiter. Der fremdsprachliche Unterricht Spanisch hat damit auch dazu beigetragen, dass die Didaktik des Spanischen stärker als eigenständiges Fach sichtbar geworden ist. Zugleich ist die Zeitschrift mit ihren Themen und Inhalten stets nah an der Praxis und an den Bedürfnissen der Lehrenden.

Als Fachdidaktikerin an der Universität tätig zu sein, heißt für mich vor allem eines: das Fach und die Didaktik als Einheit zu sehen. Ohne gründliche Fachkenntnisse und Liebe zum Fach gibt es keine gute Didaktik und keine guten FachlehrerInnen. Wer für die Sache brennt, ist nicht automatisch ein guter Lehrender. Aber ohne Leidenschaft für die Inhalte kann auch die beste Didaktik nicht viel ausrichten. Am Romanischen Seminar der Leibniz Universität kann ich für beides einstehen: für das Fach Hispanistik und seine Inhalte und für methodisch-didaktische Szenarien zu deren Vermittlung. Als Erste Vorsitzende des Deutschen Spanischlehrerverbandes setze ich mich auch bildungspolitisch für das Fach Spanisch an allgemein- und berufsbildenden Schulen ein und für die Spanischlehrerausbildung an den Universitäten.

Kathrin Sommerfeldt

Manchmal ist das so: Ohne dass wir es in dem Moment wissen, ist eine Begebenheit entscheidend für unser weiteres Leben, beruflich oder privat. Bei mir ist ein vierjähriger Aufenthalt in Kolumbien als Kind so eine richtungsweisende Begebenheit gewesen. Sie trug dazu bei, dass ich Jahre später außer Französisch und Sport auch das damals noch exotische Fach Spanisch studierte. Dieses Fach wiederum war es, dass mir in einer Zeit, als so gut wie keine Lehrer eingestellt wurden, die Tür in den Beruf öffnete. Und der kurz danach einsetzende „Boom“ des Spanischunterrichts an den Schulen führte dann dazu, dass ich schon bald nicht nur unterrichtete, sondern auch neue Lehrkräfte ausbildete, als Mentorin und als Seminarleiterin, an die Uni abgeordnet wurde, um Fachdidaktik anzubieten, Fortbildungen gab, fachaufsichtlich tätig wurde, anfing zu veröffentlichen – eins ergab das andere, sodass letztlich das Fach Spanisch bestimmend wurde für mein berufliches Leben. ¡Gracias a la vida!

Derzeit arbeite ich als Studienleiterin und Landesfachberaterin am IQSH (Institut für Qualität an Schulen Schleswig-Holstein) in der Aus- und Fortbildung von Spanischlehrkräften und bin für das Bildungsministerium in Kiel als nebenamtliche Fachaufsicht und Vorsitzende der Zentralabiturkommission Spanisch tätig. In all diesen Aufgabenbereichen kommt mir meine jahrzehntelange Erfahrung als Spanischlehrerin zugute, ebenso wie bei meiner Tätigkeit für diese Zeitschrift, deren Gründungsmitglied und Mitherausgeberin ich bin. Die Zusammenarbeit mit meinen engagierten Kolleginnen in der Herausgeberrunde empfinde ich als besonderes Privileg! Mich begeistern die spanische Sprache und die spanischsprachige Welt nach wie vor, und es ist mir ein Anliegen, meine Begeisterung durch die Auswahl spannender Themen an die Schülerinnen und Schüler weiterzugeben und dabei zugleich den Lehrkräften durch die Erstellung geeigneter Materialien die Arbeit zu erleichtern. Zugleich verfolge ich seit jeher interessiert die methodisch-didaktischen Entwicklungen, und ich versuche, durch meine praxisbezogenen Reflexionen einen Beitrag zur Weiterentwicklung unseres spannenden -  und inzwischen ja nicht mehr exotischen Faches - zu leisten.

Ursula Vences

Interschul/Didacta 2000 in Köln. Auf der Suche nach dem damals noch spärlichen Angebot für die sogenannte „kleine Schulfremdsprache“ Spanisch stöberte ich auch am Stand des Friedrich Verlages – aber es gab immer noch keine Zeitschrift für mein Fach! Als Spanischlehrerin der  „primera hornada“ hatte ich das schon in Vorjahren bekümmert konstatiert. Ich nahm allen Mut zusammen und machte den Mitarbeitern am Stand klar, dass doch die Weltsprache Spanisch im Reigen der Zeitschriften des Friedrich Verlages nicht fehlen dürfe.

Überraschung! Kurze Zeit später erhielt ich eine Einladung nach Velber zur Gründung der Zeitschrift „Der Fremdsprachliche Unterricht Spanisch“. Hurra! Seitdem gehöre ich zum Redaktionsteam. Die erste Nummer mit dem bezeichnenden Namen „Anfänge“ erschien im April 2003.

Mir ist immer wichtig gewesen mich dafür einzusetzen, dass die Weltsprache Spanisch den ihr gebührenden Platz im Regelunterricht einnehmen konnte. Denn neben dem Nützlichkeitsgedanken (Gebrauchswert) mit Blick auf Tourismus, wirtschaftliche Entwicklung und Beruf kann ich als Lehrkraft über das Erlernen von Spanisch die unendliche Vielfalt und Schönheit der hispanischen Kultur auf der Iberischen Halbinsel und in 22 lateinamerikanischen Ländern vermitteln.

Durch die Begegnung mit Sprache und Sprechern will ich den Lernenden neben der Vermittlung neuer Kenntnisse auch Sichtweisen zeigen, die zu einer Relativierung der eigenen Perspektive führen und Vorurteile abbauen können sowie Verständnis und Toleranz befördern helfen. Dies sind wichtige Ziele meines Spanischunterrichts. 

Mir war und ist klar: ¡Estudiar español es mucho más que aprender vocabulario!

Die Redaktion

Nele Schmidtko

Meine ersten Spanisch-Erfahrungen überlappen sich mit dem Zeitraum, in dem die Zeitschrift Der Fremdsprachliche Unterricht Spanisch gegründet wurde (2002-3). Während meine Klassenkameraden in der 11. Klasse ihren ersten Spanischunterricht erhielten, ging ich mit – noch euphemistisch ausgedrückt – rudimentären Spanischkenntnissen für fünf Monate nach Huelva. Ich hatte einige Orte Spaniens zuvor im Urlaub kennengelernt, war von Land und Sprache fasziniert und konnte beides nun besser kennenlernen. Nach meiner Rückkehr durfte ich allerdings nicht wie erhofft Spanisch als LK-Fach für die 12. und 13. Klasse wählen: Dafür gab es zu wenig Mitschüler, die daran Interesse hatten – zu kleine Klassen sind heute wohl eher die Ausnahme.

Dem Fach hielt ich dafür in der Uni die Treue, schrieb meine Magisterarbeit über „falsche Freunde“ im Spanischen und Deutschen. Und nach meinem Volontariat übernahm ich 2015 die Redaktion des Fremdsprachlichen Unterrichts Spanisch. Seitdem erfreue mich am regen Austausch mit Herausgebern und Autoren und den vielfältigen Ausrichtungen der Hefte und freue mich auf weitere spannende Heftthemen in der Zukunft.

Nadja Prinz

Freie Lektorin aus Köln

Als man mich Anfang 2017 ansprach, ob ich mir vorstellen könnte, die Spanisch-Redaktion von extern zu unterstützen, habe ich nicht lang gezögert. Und das war gut so, denn die Arbeit an „Der Fremdsprachliche Unterricht Spanisch“ macht mir sehr viel Spaß, es ist eine herausfordernde und  abwechslungsreiche Aufgabe. Mich begeistert die Vielfalt der Themen ebenso wie die unkomplizierte Zusammenarbeit mit den netten Herausgeberinnen und Redakteurinnen, die mich sehr herzlich in ihre Runde aufgenommen haben.

Marta Sánchez Serdá

Tengo la suerte que mi pasión se ha convertido también en mi profesión: llevo veinte años impartiendo clases de ELE dentro del ámbito universitario (en la actualidad soy lectora en el  Departamento de Filologías Románicas de la Universidad Leibniz de Hanóver) y más de quince años colaborando con la redacción de «Fremdsprachlicher Unterricht Spanisch». Estas dos perspectivas me han permitido contemplar el crecimiento y evolución de la enseñanza del español a lo largo de los años; puedo ayudar a formar a los futuros docentes, así como también aprender de los docentes experimentados que cada día viven y transmiten la riqueza, la energía y belleza de este idioma. Desde nuestra publicación queremos transmitir la vitalidad de una lengua que no deja de transformarse y fluir cada día y nos encanta que nos acompañen en este viaje.

Arbeiten Sie mit!

Möchten Sie die Zeitschrift mitgestalten und haben Sie eine interessante Unterrichtseinheit entwickelt und erprobt? Oder ein Spiel, eine besondere Aufgabenidee, eine kleine Anregung für den Magazinteil hinten im Heft? Dann schreiben Sie uns!

Hier finden Sie die Einladung zur Mitarbeit am Magazin.

 

Bitte senden Sie Ihre Vorschläge  an:


Redaktion Unterricht Spanisch
Friedrich Verlag
Postfach 100150
30917 Seelze

redaktion.fus(at)friedrich-verlag.de

Schulterblick vom Berg aus auf eine Großstadt

Vorschau

  • Standardsituationen
    Herausgegeben von Kathrin Sommerfeldt
  • Indígenas
    Herausgegeben von Kathrin Sommerfeldt
  • Digitales Lernen
    Herausgegeben von Victoria Ángeles Castrillejo
  • Más música 
    Herausgegeben von Gisela Kanngießer-Krebs
  • Actividades cortas
    Herausgegeben von Marita Lüning
  • Lyrik
    Herausgegeben von Karen Genschow