11. – 13. Schuljahr

Mara Büter

Agricultura urbana en Cuba

(Gemeinschaftliche) Lebensmittel aus der Stadt im Fokus des Spanischunterrichts

Die Lernenden setzen sich mit der agricultura urbana als einem Ansatz zur Bekämpfung der Lebensmittelknappheit auseinander, erstellen einen Werbeflyer für ein Projekt in Kuba und entwickeln eigene Handlungsmöglichkeiten.

„[] Lebensmittel mitten in der Stadt anzubauen, sie mit anderen zu teilen, zu tauschen oder gemeinsam zu verzehren und damit die Stadt als Ort der naheliegenden Lebensqualität zu entdecken, erscheint in der globalisierten [] Welt auf den ersten Blick ein ungewöhnlicher Trend. Andererseits liegt auf der Hand, dass mit dem Versiegen des Erdöls [] die industrialisierte Nahrungsmittelproduktion zur Disposition steht []. (Müller 2012a, 10)
  • „Berlin isst grün Urban Gardening im Trend (Deutsche Welle 2016)
  • „Frisches Gemüse vom Balkon in Vietnam (Deutsche Welle 2016)
  • „Revolution in Kuba! Diesmal aber ist sie grün ... (Bräutigam 2013)
  • „El futuro de las ciudades depende de la agricultura urbana (Dutt 2016)
So lauten Zeitungsüberschriften, aus denen deutlich wird, dass Projekte des Urban Gardenings weltweit im Trend sind. Da es auch in Hispanoamerika einige spannende Urban-Gardening-Projekte gibt, eignet sich die Beschäftigung mit diesem Phänomen auch für den Spanischunterricht; besonders, wenn er am Globalen Lernen orientiert ist.
Von der historischen Versorgungsform bis heute
Beim Urban Gardening (span. agricultura urbana, dt. urbane Landwirtschaft) handelt es sich nicht um eine neue Idee: Es ist die „Wiederentdeckung einer alten Versorgungsform aus früheren Phasen städtischen Lebens (Haimann 2015). Bereits im Mittelalter und in der Antike wurde auf freien Flächen in der Stadt angebaut (vgl. Jungblut 2012). Die Ursprünge der heutigen agricultura urbana liegen aber eher in den Community Gardens, die in den 1970er-Jahren in New York entstanden. Ausgelöst von der Ölkrise, geriet die Infrastruktur New Yorks ins Wanken und somit zogen viele Personen aus der Innenstadt weg. Auf den nun brachliegenden Grundstücken organisierten sich Nachbarn, um gemeinschaftlich mit finanzieller Unterstützung der Stadt zur Selbstversorgung zu gärtnern (vgl. Mees 2010, 136).
Formen und Ziele des gemeinschaftlichenGärtnerns
Heutzutage gibt es eine Vielzahl an neuen Formen der urbanen Landwirtschaft: Guerilla Gardening, Selbsterntefelder, Gemeinschaftsgärten, Interkulturelle Gärten, Kinderbauernhöfe, Schulgärten etc.
Mit den verschiedenen Formen gehen auch unterschiedliche Ziele einher: Aus ideologischer Sicht ist das Interesse an lokalen und biologischen Lebensmitteln und der damit einhergehenden Tendenz zur Ernährungssouveränität ein Argument; aber auch die Gestaltung des öffentlichen Raums und des sozialen Miteinanders stellen wichtige Ziele dar (vgl. Müller 2012b, 23ff.; Exner/Schützenberg 2014, 111ff.). In Städten im globalen Süden wird urbane Landwirtschaft teilweise zur Bekämpfung der Armut eingesetzt, da die Bewirtschaftung der „städtischen Äcker zum einen Nahrung und zum anderen ein kleines Gehalt einbringt (vgl. Jungblut 2012). Dennoch haben meist alle Projekte eine Gemeinsamkeit: Sie sind in irgendeiner Form politisch motiviert: „Es handelt sich um Gartenprojekte und Pflanzinterventionen, die mit konstruktiven Strategien auf zunehmende Verarmung und Vereinzelung, Ressourcen- und Machtmonopolisierung, Privatisierung von öffentlichem Raum, klimatische Veränderungen und verschiedene Formen des Ausschlusses von gesellschaftlichen Gruppen reagieren. (Von der Haide et al. 2012, 266)
Urbane Landwirtschaftin Hispanoamerika und in Deutschland
„Heute gilt Kuba weltweit als Vorreiter der urbanen Landwirtschaft (Müller 2011, 68). Durch den Zusammenbruch der Sowjetunion verlor Kuba den Zugang zu günstigem Öl und somit konnten die Erntemaschinen nicht genutzt werden; es mangelte an Dünger und Pestiziden, sodass die Landwirtschaft zusammenbrach und Kuba auf eine...

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