6. – 13. Schuljahr

Katharina Kräling | Helene Pachale

AD(H)S im Spanischunterricht

Schüler*innen mit einem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom, mit oder ohne Hyperaktivität, stehen im Unterricht großen Herausforderungen gegenüber, so auch im Spanischunterricht. Der Beitrag zeigt auf, wie die Betroffenen individuell unterstützt werden können. Die mit einem Spanischschüler mit ADS, seiner Mutter und der Lehrerin geführten Interviews geben Einblick in den (schulischen) Alltag, den es zu meistern gilt.

AD(H)S ist mit einer Auftretenshäufigkeit von 2% bis 6% „eine der häufigsten psychischen Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen (vgl. BMG 2019). AD(H)S ist keine neue Erscheinung (vgl. Hoberg 2013: 13), aber in den letzten Jahren wurde zunehmend ein Bewusstsein für das Syndrom und seine vielfältigen Ausprägungen geschaffen.
Begriffsklärung
Die Abkürzung ADS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom oder Aufmerksamkeitsdefizitstörung. Das Kürzel ADHS bedeutet Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom oder -störung. AD(H)S1 kann in sehr unterschiedlichen Formen und Ausprägungen – und in Kombination mit anderen Auffälligkeiten und Störungen wie z.B. LRS oder Dyskalkulie – auftreten (vgl. Janicka 2015: 172; Peters 2014: 5, 11). Kinder und Jugendliche mit ADS sind vorwiegend unaufmerksam, während bei denen mit ADHS die motorische Unruhe hinzukommt, weshalb diese Störung auch als „Zappelphilipp-Syndrom (vgl. Hoberg 2013: 13) bekannt ist. Kinder und Jugendliche mit AD(H)S haben häufig Schulprobleme, obgleich sie „grundsätzlich nicht weniger intelligent sind (ADHS Infoportal 2019a).
Symptome
Die verschiedenen Symptome, die für AD(H)S typisch sind, können bei den einzelnen Kindern und Jugendlichen in unterschiedlichen Kombinationen und Ausprägungen auftreten, weshalb auch im unterrichtlichen Umgang mit diesen Schüler*innen stets individuelle Verabredungen getroffen und individuelle Wege der Unterstützung gesucht werden müssen. ADS fällt in schulischen Kontexten dann auf, wenn die Konzentrationsprobleme zunehmen und die schulischen Leistungen beeinträchtigen (vgl. Hoberg 2013: 25), ADHS hingegen wird durch die sozial oft unverträgliche motorische Unruhe schneller als störend empfunden (vgl. ebd.; s. zu den typischen Verhaltensweisen auch Kasten 1
Kasten 1: Typische Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen mit ADS

Kasten 1: Typische Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen mit ADS
  • achten nicht auf Einzelheiten
  • machen viele Flüchtigkeitsfehler
  • schaffen es oft nicht, bei Aufgaben und Spielen bei der Sache zu bleiben
  • scheinen häufig nicht zuzuhören, wenn andere sie ansprechen
  • haben Schwierigkeiten, Aufträge zu Ende zu bringen
  • haben Probleme beim Organisieren von Aufgaben
  • beschäftigen sich ungern mit Dingen, bei denen längere geistige Anstrengung erforderlich ist
  • verlieren und vergessen oft Dinge
  • können schlecht Ordnung halten
  • lassen sich leicht ablenken
(vgl. Hoberg 2013: 18 f.; Peters 2014: 13 f.)
und 2)
Kasten 2: Typische Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS

Kasten 2: Typische Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS
Kinder und Jugendliche mit ADHS (ADS in Verbindung mit Hyperaktivität) zeigen die in Kasten 1 aufgeführten typischen Verhaltensweisen und:
  • sind ständig in Bewegung und wirken dabei „wie getrieben
  • zappeln häufig mit Händen und Füßen (als Kinder) / fühlen starke innere Unruhe und Anspannung (als Jugendliche)
  • laufen und klettern in unpassenden Situationen herum
  • können sich selten ruhig mit einer Sache beschäftigen
  • reden häufig übermäßig viel ohne Beachtung sozialer Beschränkungen
  • unterbrechen andere oft beim Sprechen und/oder stören auf andere Weise
  • sind auffallend ungeduldig, beginnen z.B. eine Aufgabe, ohne sich die Aufgabenstellung genau durchzulesen
  • handeln häufig, ohne nachzudenken / sind impulsiv
(vgl. Hoberg 2013: 20-21; ADHS Infoportal 2019c)
.
Bei ADHS kommen häufig noch oppositionelle und aggressive Verhaltensweisen hinzu (Peters...

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