1. – 13. Schuljahr

Daniela Unger

¡Vamos ya!

Auf interkulturelle Begegnungen vorbereiten

In interkulturellen Begegnungssituationen angemessen zu handeln und Missverständnisse zu vermeiden ist für Schülerinnen und Schüler eine große Herausforderung. Um diese zu meistern, helfen Rollenspiele zu typischen Situationen im Zielland und das Reflektieren über kulturelle Unterschiede.

An vielen Schulen werden regelmäßig Schüleraustauschmaßnahmen durchgeführt. Wer schon mal einen Austausch miterleben durfte, weiß, wie gewinnbringend eine Begegnung mit Vertretern der Zielsprache in vielerlei Hinsicht ist. Oft sind es doch gerade die Reisen, die den Schülerinnen und Schülern noch nach Jahren aus ihrer Schulzeit im Gedächtnis bleiben, weil sie Erfahrungen fürs Leben machen durften, die weit über das theoretisch erworbene Wissen hinausgehen.
Allerdings kann es beim Aufeinandertreffen zweier Kulturen auch unangenehme Situationen geben, die in gewissem Maße vermieden werden können. Damit der Austausch zum Erfolg führt, empfiehlt es sich, nicht nur den Zuwachs an sprachlichen Kompetenzen im Blick zu haben, sondern die Schüler auch in kultureller Hinsicht auf den Austausch vorzubereiten.
Im Folgenden werden deshalb einige Aktivitäten vorgestellt, die die Teilnehmer eines Schüleraustauschs an die interkulturellen Begegnungen heranführen und Verstehens- und Reflektionsprozesse in Gang setzen.
Hintergrund
Die Fremdsprachendidaktik fordert: „Als Voraussetzung für die Entwicklung einer interkulturellen Interaktionskompetenz sind zunächst das Einüben dialogischer Sprachkompetenzen und der Aufbau eines umfassenden Repertoires an situations- und kommunikationsrelevanten Redemitteln zu nennen.1 Zwar werden einige sprachliche Standardsituationen mithilfe der Schulbücher eingeübt, aber gerade Situationen, die zu Schwierigkeiten oder Missverständnissen aufgrund kultureller Unterschiede führen können, kommen dort leider bisher zu kurz. Zur Förderung von interkultureller Kompetenz gehört neben der Erweiterung von Sprachkompetenz und Faktenwissen über die Fremdkultur nämlich vor allem die Ausbildung empathischer Haltungen und Einstellungen, sowie eine hohe Reflexionskompetenz. Nur dann ist man in der Lage, gerade in Begegnungsmomenten, die zu Unbehagen, Missverständnissen und Irritationen führen, flexibel und offen zu reagieren, Einstellungen zu hinterfragen und handlungsfähig zu bleiben.2
Gemäß dieser Prämisse habe ich zu einigen typischen Situationen Rollenspiele entworfen, mit deren Hilfe unsere Schüler zumindest bis zu einem gewissen Grad auf solche sogenannten „critical incidents vorbereitet werden können (s. hoja de trabajo 1 und die Situationskarten). Die Schüler sollen dabei nicht nur kulturelle Unterschiede kennenlernen, sondern sich auch trauen, auf höfliche und respektvolle Weise Dinge zu hinterfragen, Missverständnisse anzusprechen und zu klären. Bei Bedarf können sie sich für ihre jeweilige Rolle an den spanischen Wendungen auf hoja de información 1 bedienen.
Im Anschluss an die Rollenspiele (Aktivität 1) werden noch weitere Aktivitäten vorgestellt, die helfen, einen Schüleraustausch zu einem möglichst gewinnbringenden Erlebnis werden zu lassen.
Aktivität 1: Rollenspiele
Als erste vorbereitende Aktivität dienen Rollenspiele (hoja de trabajo 1) mit Situationskarten, die typische Momente enthalten, in denen Missverständnisse oder Überraschungen aufgrund von kulturellen Unterschieden entstehen. Jede der drei im Folgenden beschriebenen Spielvarianten benötigt unterschiedlich viel Zeit und setzt einen anderen Fokus. Dadurch kann die Lehrkraft – je nachdem, wie viel Zeit sie dafür verwenden will oder kann – das Material nach ihren Bedürfnissen einsetzen.
Möglichkeit 1
Jeder Schülergruppe wird eine Situation zugeteilt (Vorlage ausreichend oft kopieren). Innerhalb der Gruppe soll die Situation nun auf zwei unterschiedliche Arten als Übung durchgespielt und dann den anderen Gruppen vorgeführt werden: Zunächst soll das...

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