6. – 13. Schuljahr

Werner Imbach

Der Kreativität auf die Sprünge helfen

Warm-ups und Tipps zur Vorbereitung von Sketchen

Die Aufforderung zu darstellendem Spiel sollte keinen Stress verursachen. Einfache Übungen können bereits helfen, Hemmungen abzubauen und sich „aufzuwärmen. Der Beitrag präsentiert verschiedene Ideen, wie durch kleine Warm-ups eine lockere Atmosphäre geschaffen werden kann.

„Und jetzt: seid mal kreativ! Wer sich in die Rolle von Schülern versetzt, besonders derjenigen, die eher schüchtern sind und nicht zur Selbstdarstellung neigen, kann sich leicht vorstellen, welchen Druck eine solche Aufforderung auslösen kann. Ängste, Hemmungen und Befürchtungen, sich lächerlich zu machen oder originell sein zu müssen – noch dazu in der Verwendung einer fremden Sprache – sind die denkbar destruktivsten Lernbegleiter. Und Kreativität ist nun mal nicht auf Knopfdruck zu erzielen, sie muss behutsam hervorgelockt werden und benötigt einen geschützten Raum. Wir Lehrkräfte können jedoch eine lockere Atmosphäre schaffen und mit kleinen Kniffen den Boden bereiten, auf dem Einfallsreichtum und auch ein gewisser Wagemut von Lernenden gedeihen können.
(Spiel-)Raum schaffen
Zunächst einmal gilt es, Schülerinnen und Schüler von einer rigiden Sitzordnung zu befreien und damit zu signalisieren, dass eine andere Art von Unterricht ansteht, in dem man sich nicht hinter dem Tisch zu verschanzen braucht. In einer Schreib- oder Planungsphase sind Gruppentische sinnvoll, doch wenn es darum geht, etwas darstellend zu präsentieren, ist etwa ein Stuhlkreis geeigneter als das bloße Vortreten vor das gewohnte Lernarrangement.
Für die im Folgenden vorgeschlagenen kleinen Warm-ups (ejercicios de calentamiento) und erst recht für eine erfolgreiche Präsentation von Sketchen, braucht man Raum, um ganzheitliches Lernen mit „Kopf, Herz und Hand und vor allem mit Bewegung zu ermöglichen. Oft reicht es, ein paar Tische zu verschieben, um diesen Raum zu schaffen; eine kurze Aufwärmphase im Stehen und/oder Gehen hilft, Sprechen und Gesten zu verbinden und ein Bewusstsein für außersprachliche Verstärkung oder Abschwächung des Gesagten zu erzeugen.
Mit Sprechen in Bewegung bringen
  • Stehen die Schüler erst einmal bei-sammen – am besten im Kreis – kann man sie auffordern, alles nachzumachen, was die Lehrkraft vormacht. Ganz nach gusto kann diese mit mehr oder weniger expressiven Gesten und entsprechender Mimik kurze Äußerungen tun: „¡Mira, qué interesante! (Blick und Geste nach oben, unten, zur Seite) „Ay, ¡qué dolor! (hält sich die Wange, den Bauch, Hand), „¡Déjame en paz! (abwehrende Geste, schüchtern, wütend …). Je mehr der Spielleiter selbst seine Bereitschaft zu Expressivität – und vielleicht auch „Albernheit“ – zeigt, desto weniger werden die Lernenden Hemmungen verspüren, ihn „nachzuäffen. Bald können auch Schüler bestimmt werden, das Spiel fortzusetzen, möglicherweise kommt jede/r einmal dran.
  • Die Schüler suchen sich einen Partner. Der eine sagt „Sí der andere antwortet mit „No. Auch hier ist es hilfreich, wenn die Lehrkraft zunächst mit einem Schüler zwei bis drei Möglichkeiten vorspielt (wütend, fragend, flüsternd, laut, lockend …) und die weiteren Variationen des „Minidialogs dann den Schülern übergibt. Je nach Lernstand sind auch kleine Erweiterungen oder Redewendungen möglich und wünschenswert (etwa: „¡Sí, sí, sí, por favor!“ – „¡No, te digo que no! – „¡Claro que sí!“ – „¡Qué va, imposible!), doch vor allem wird hier erfahrbar, wie körperliche Haltung und Bewegung die sprachliche Gestaltung unterstützen oder auch erst bedingen. Sollten die Schüler hier Hemmungen haben, was sich meist in phantasiearmen Wiederholungen zeigt, können natürlich auch Vorgaben gemacht werden (arrogante, tímido, enamorado, disculpándose …), die bei der Ausführung automatisch zu körperlichen Haltungsänderungen führen; diese bedürfen keiner weiteren Erklärung oder Bewusstmachung.
  • Die Schüler gehen frei im Raum herum (nicht im Kreis! „No...

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