6. – 13. Schuljahr

Katharina Kräling | Macarena Pérez | Anja Schreck

Arbeitsaufträge und Abläufe visualisieren

Classroom management im Spanischunterricht

Visuelle Impulse können den Schülerinnen und Schülern helfen, sich selbstständig schnell und ohne Nachfragen zu organisieren; auch Besprechungen zwischen der Lehrkraft und den Lernenden sowie die Verteilung von Arbeitsblättern können ohne viel Aufwand so vorbereitet werden, dass im Unterricht keine Unruhe entsteht.

Classroom management oder Klassenführung ist zunächst kein fremdsprachenspezifisches Anliegen, sondern betrifft alle schulischen Unterrichtsfächer. Unter classroom management versteht man „die Summe aller Verhaltensweisen und Handlungen einer Lehrkraft mit dem Ziel, ein optimales Lernumfeld für die Schüler zur Verfügung zu stellen (Thaler 2014: 15, vgl. auch Thaler 2013). Eine Standardsituation ist die Frage der Klassenführung insofern, als sie eine täglich neue und immer wieder neu zu gestaltende Herausforderung für alle Kolleginnen und Kollegen darstellt. Dabei unterscheidet man in der Regel zwischen einem reaktiven Bereich der Klassenführung, der sich auf das Handeln nach aufgetretenen Problemen bezieht, und einem proaktiven Bereich, dem Bereich der auf Prävention zielt (Thaler 2014: 15). In letzterem kommen verschiedene Prinzipien zum Tragen, die für einen reibungslosen Ablauf und eine konzentrierte Lernatmosphäre sorgen sowie Lernprozesse ermöglichen, in die die gesamte Lerngruppe einbezogen wird.
Hilfen für den Anfangsunterricht
Im Fremdsprachenunterricht können sich vor allem im Bereich des Anfangsunterrichts Verzögerungen im Unterrichtsfluss ergeben, wenn vornehmlich in der Zielsprache unterrichtet wird. Organisatorische Fragen, Anweisungen zur Bildung von Gruppen oder Partnern oder Erläuterungen zu Abläufen von Unterrichtsphasen können, werden sie in der Zielsprache formuliert, die Lernenden überfordern, da die hierfür genutzten sprachlichen Strukturen meist noch außerhalb des bereits eingeführten thematischen Wortschatzes liegen und z.B. grammatische Formen beinhalten, die erst zu einem viel späteren Zeitpunkt bewusstgemacht werden. Gerade wenn es sich um komplexere Abläufe handelt, werden umfangreichere Erläuterungen nötig, die von den Schülerinnen und Schülern oft nicht oder nur teilweise verstanden werden. Häufig erfolgt dann auch im Fremdsprachenunterricht notgedrungen der Rückgriff auf das Deutsche.
Blick auf die Grundschulmethodik
Ein Blick in die didaktisch-methodisch vielfältige Unterrichtsgestaltung der Grundschule kann hier nützliche Anregungen für die Arbeit an den weiterführenden Schulen geben. Kinder in der Schulanfangsphase, in der sie noch nicht (sicher) alphabetisiert sind, ähneln dem oder der Fremdsprachenlernenden dahingehend, dass auch sie zunächst keine Arbeitsaufträge verstehend lesen können. Darüber hinaus müssen sie sich erst an den Rhythmus und die Abläufe eines Schulalltags gewöhnen. Im Grundschulalltag wird daher viel mit visuellen Impulsen gearbeitet, die für alle „lesbar die Aufgaben und Abläufe vermitteln.
Warum diese nicht nutzen? Unserer Meinung nach kann der Einsatz solcher visueller Impulse für den Spanischunterricht fruchtbar gemacht und als proaktives classroom management genutzt werden: Um auch zu Beginn des Sprachlernprozesses möglichst viel in der Zielsprache Spanisch unterrichten zu können und um dabei zugleich Phasen der Erläuterungen zu vermeiden, die bei den Schülerinnen und Schülern zu Unklarheiten und (Nach-) Fragen führen und dadurch einen fließenden Ablauf von Unterrichtsprozessen stören, können Visualisierungen Arbeitsanweisungen, Aufträge und Erklärungen ersetzen oder unterstützend begleiten. Transparenz ist darüber hinaus nicht nur ein wesentlicher Bestandteil einer guten Klassenführung, sondern auch des kompetenzorientierten Fremdsprachenunterrichts.
Visuelle Impulse
Damit das Verfahren der Visualisierung zu keinem Zeitverlust führt und die Abläufe in der Stunde im Sinne einer...

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