5. – 13. Schuljahr

Frank Reza Links

Kreativ mit Wortschatz arbeiten

Unos poemas exquisitos

Um Schüler zum Vokabellernen zu motivieren und gleichzeitig ihr ästhetisches Verständnis zu schulen, kann Wortschatzarbeit mit kreativen Aufgaben wie der Erstellung eines Kalligramms oder eines Elfchens verbunden werden; bei Spielen wie dem „poema al alimón arbeiten die Schüler gemeinsam mit Vokabeln.

Die Wortschatzarbeit sollte im Spanischunterricht einen zentralen Stellenwert einnehmen und in allen Jahrgangsstufen praktiziert werden. Nur wenn eine ritualisierte, bzw. regelmäßige Auseinandersetzung mit dem Wortschatz stattfindet, kann eine breite und tiefe Progression im funktional kommunikativen Kompetenzbereich sichergestellt werden. Überdies ist ein sicherer Umgang mit dem Wortschatz notwendig, um andere Kompetenzen zu vertiefen und zu festigen. Vergleicht man zum Beispiel die (fremd-)sprachlichen Kompetenzen mit einem Haus, so wäre der Wortschatz neben der Grammatik das Fundament, auf dem wiederum alle weiteren Kompetenzen aufgebaut werden. Ist diese Basis jedoch nicht solide genug, fällt alles darüber in sich zusammen (vgl. ebenso Schlaak 2016: 185).
Obschon seit den 1980er-Jahren das Schlagwort „Wortschatzwende hervorhebt, wie wichtig die unterrichtliche Lexikarbeit ist, konstatiert Andreas Grünewald, dass diese „zunehmend seltener integraler Bestandteil von Unterricht ist (Grünewald 2007: 63). Deshalb ist es gerade in der frühen Spracherwerbsphase notwendig, der Wortschatzarbeit genügend Raum zu geben. Doch genau hierin liegt eine Herausforderung für die Lehrkraft. Während es bereits ein recht umfassendes Spielerepertoire zur handlungsorientierten Wortschatzarbeit gibt,1 besteht im kreativen Bereich noch ein gewisser Nachholbedarf. Auch wenn Spiele grundsätzlich kreativ sind, wird im Folgenden das kreative Potenzial produktorientierter Übungsformate ausgelotet. Der vorliegende Beitrag zeigt exemplarisch zwei Möglichkeiten, wie mit Vokabeln gearbeitet werden kann. Sie dienen in erster Linie zur kreativen Auseinandersetzung mit der Fremdsprache und sollen Schülerinnen und Schüler motivieren, sowie ihr ästhetisches Verständnis schulen. Das primäre Ziel soll also nicht sein, dass der Wortschatz lediglich zur Notenfindung abgeprüft wird, sondern dass die Lernenden Freude am Sprachenerwerb finden und den Anwendungsbezug erproben. Denn die Motivation kann eher dadurch gesteigert werden, wenn die Schüler durch spielerische und kreative Methoden den Lernzuwachs selbst erleben.
Wörter im Kopf Methoden zur Wortschatzaneignung vermitteln
Um eine produktive Wortschatzarbeit zu gewährleisten, müssen der Lerngruppe Methoden vermittelt werden, die je nach Lerntyp individuell umgesetzt werden können. Es ist nun hinlänglich bekannt, dass das konventionelle Vokabelheft zur adäquaten Mnemotechnik nicht ausreicht. Gleichwohl ist dies die einfachste Möglichkeit, die Spaltenanordnung aus dem Vokabelteil im Lehrbuch zu übernehmen. Aber Schüler, vor allem in den ersten Lernjahren der Sekundarstufe I, können den Transfer von der Vokabelliste hin zur persönlichen Lernmethode i.d.R. nicht autonom bewerkstelligen. Es reicht daher nicht aus, ihnen lediglich verschiedene Optionen aufzuzeigen, sondern sie sollten diese selbst im Unterricht bspw. anhand einer Stationenarbeit (Klün 2017: 36 – 43) austesten dürfen, um daraufhin zu evaluieren, mit welcher Technik sie am besten arbeiten können. Investieren Sie eine Doppelstunde in diese Arbeit, denn die Motivation am Sprachenlernen beginnt schon beim Vokabeltraining! Grundsätzlich bietet es sich an, vor allem bei jüngeren Lernenden während der frühen Spracherwerbsphase das Vokabellernen in „Häppchen zu verpacken. Oftmals kennen sie das Prinzip des Wochenplans aus der Grundschule und erfahren somit, vor allem im gebundenen Ganztagsbetrieb, dass das Pensum leicht von der Hand gehen kann. Darüber hinaus soll die folgende Tabelle als kleine Orientierungshilfe dienen, um abzugleichen,...

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