8. – 13. Schuljahr

Kathrin Sommerfeldt

„Digitales Lernen im Spanischunterricht 10 Denkanstöße

Dieser Basisartikel bietet eine Übersicht über die grundsätzlichen Fragen, die es zu bedenken gilt, wenn im (Fremdsprachen-)Unterricht zunehmend mit digitalen Medien gearbeitet wird, um die digitale Kompetenz und die Medienkompetenz zu schulen.

„Kein Mensch lernt digital, so der Titel eines bemerkenswerten Buches von Ralf Lankau über den sinnvollen Einsatz neuer Medien im Unterricht1 (s. auch Lektüretipps).
Lektüretipps
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Lernen ist bei Menschen per se ein analoger Prozess. Insofern ist der Begriff des „digitalen Lernens, der als Titel dieses Heftes gewählt wurde und der sich auch in der Überschrift dieses Beitrags findet, als sinnfällige Ellipse zu verstehen, die das Lernen mit digitalen Medien meint. Von dort ist es nicht mehr weit zu folgenden Fragen:
Wie mag der Spanischunterricht in 10 Jahren aussehen? In 30? Oder 50? Gibt es ihn dann überhaupt noch, oder wurde Fremdsprachenunterricht abgeschafft, weil die Technologie so weit ist, dass man in der einen Sprache in ein Medium hineinspricht, und in der anderen kommt es korrekt und mit allen interkulturellen Zwischentönen heraus? Wenn es ihn noch gibt: Was wird man dann über den Spanischunterricht von heute denken? Mühsam, langweilig, zeitintensiv? Oder: persönlichkeitsbildend, denk- und konzentrationsförderlich, empathie- und friedensstiftend?
Wir wissen es nicht. So zeigt dieses kleine Gedankenspiel, dass wir uns mitten in einer Revolution – der digitalen – befinden, denn Revolutionen ist es eigen, dass sie, getragen von einer Masse, die Fakten schafft, zu neuen kulturellen Normen- und Wertesystemen führen. Die digitale Revolution hat alle Lebensbereiche erfasst, auch die Schule. Revolutionen ist auch eigen, dass der Wandel, den sie erzeugen, in relativ kurzer Zeit passiert. Dabei bringen sie Wirren mit sich. Zu diesen Wirren gehören derzeit im Bildungsbereich, auch im Fremdsprachenunterricht:
1 Mythos Alternativlosigkeit
In der derzeitigen Diskussion ist häufig zu hören, die Digitalisierung sei „alternativlos, um die Konkurrenzfähigkeit unserer Schulabsolventen zu garantieren. Selbstverständlich führt kein Weg vorbei am digitalen Wandel. Es sei aber daran erinnert, dass „alternativlos bereits 2010 das Unwort des Jahres war, denn es suggeriert, dass von vornherein keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation besteht. Die Frage, ob Schule in einer Welt, in der die Jugendlichen ohnehin einen Großteil ihrer Freizeit mit digitalen Medien verbringen, nicht auch und gerade die Aufgabe hat, „analoge Kompetenzen und traditionelle Kulturtechniken zu...

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